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Parteien und De-Sozialisation

Youtube-Video zur Frage wie Parteien zur De-Sozialisierung beitragen und von freiwilliger Kooperation wegführen.


Es wird laufend diskutiert, wie die Politik (das betrifft auch die AfD) das selbst-gemachte Desaster kontrollieren sollte. Aber es ist eine Illusion zu glauben, dass irgendeine Partei daran etwas Entscheidendes ändern kann. Ich will das mal folgendermaßen deutlich machen.

Die Handlungen, die man in seinem Leben machen kann, lassen sich immer in wenige Fälle unterteilen.

1) Man will mit anderen freiwillig kooperieren, um win/win-Situationen zu nutzen.

2) Man will die Kooperation anderer, man schert sich aber nicht um den Aspekt der Freiwilligkeit, sondern es genügt, wenn andere dem gesetzlichen Zwang nachgeben oder ob jene genötigt, betrogen oder getäuscht werden, um zu kooperieren, um win/win-Situationen zu erzielen, die es aber nicht sind, sondern win/lose bzw. less-lose-Situationen (anderes Wort dafür: kleinere-Übel-Wahlen).

3) Die brutale Methode: Man wird durch kriminelle Handlungen oder Steuern oder kollektive Gewalt gezwungen, so dass man von vornherein weiß, es ist eine eine lose-Situation.

4) Man geht getrennte Wege und es kommt eben nicht zu lose-Situationen.

Diese 4 Fälle gibt es immer. Das ist klar. Und es macht keinen Sinn, das in Frage zu stellen, um das zu negieren, was ich jetzt anschließend sage.

Nehmen wir an, ich würde so bei der AfD vorsprechen. Dann würden die mir natürlich sagen, sie würden mit mir dahingehend kooperieren, dass sie auf demokratischen Weg diesen linken Filz abbauen wollen. Das sei ja toll. Es sei nur positiv, wenn der Filz verschwinde.

Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte der Wahrheit ist die, dass die Partei sich in Parlamente und Räte setzt, in die sie hinein gewählt werden muss. Und um dort irgendwas zu bewirken, muss sie mit den anderen Parteien an dem politischen Prozess teilnehmen und dessen Spielregeln akzeptieren. Das sind Spielregeln, die ich als kooperierender Mensch überhaupt nicht gutheißen kann. Hoppe hat das in einem Aufsatz erklärt. Das ist ein Wettbewerb, bei dem sich nicht gute Dinge heraus-schälen, sondern schlechte Dinge. – Ein Wettbewerb um schlechte Dinge.

Ich komme also in eine Situation hinein, bei der ich mit Sozialisten aller Couleur – mit Leuten, die bei Meinungsverschiedenheiten ums Gemeinwohl zu den schäbigsten moralischen Schlammschlachten fähig sind – an einen Tisch setzen muss und mit ihnen unter ihren Spielregeln kooperieren soll. – Es ist ja sofort klar, dass das kein sinnvolles Kooperieren sein kann, sondern nur eines, bei dem man sich etwas vormacht, glaubte man, man könne damit irgendeinen kooperativen gesellschaftlichen Fortschritt erzielen. Das kann es eben nicht, weil die Menschen das nicht beabsichtigen. Sie behandeln Dich nicht vornehmlich als Partner, sondern wie eine Art Schachfigur, der man heute die Schultern klopft und die man morgen als Sau durchs Dorf treibt, wenn ihr Opportunismus das so will.

Und so ähnlich passiert das auch innerhalb der Partei, denn sie wird ja Vertreter wählen, die Parlamente und Räte besuchen. Da wird man natürlich nur solche Leute hinschicken, die bei solchen politischen Manövern und Schlammschlachten gewöhnlich eine gute Figur abgeben. Das ist auch klar!

Also wie soll sich dann für mich – als klar denkender, selbst-bewusster Mensch – eine win-Situation ergeben? Das ist überhaupt nicht denkbar, weil das kein menschliches Verhältnis ist, bei dem sich durch konkretes Handeln so etwas ergeben kann. Und nur durch mein Handeln kann ich eine solche Situation erlangen (von familiären und vertraglichen Sorgeverhältnissen mal abgesehen).

Durch Nicht-Handeln und durch Dinge, die nicht meinem Interesse und meinem Ziel entsprechen, kann ich keine win-Situation erlangen. Aber die Parteigänger geben genau das vor. Sie glauben daran, dass sie durch Teilnahme an dem politischen Prozess ein Interesse und ein Ziel ihres Handelns bedienen, bei dem sie profitieren. Und vielleicht tun sie das auch, wenn ihnen die Parteiarbeit Spaß macht oder wenn es ihnen Spaß macht, sich mit anderen Menschen um Einzelheiten zu streiten oder um politische Posten zu ergattern oder um von politischen Seilschaften zu profitieren. Aber es ist dann für mich ganz gewiss nicht ein Gewinn in der Sache durch freiwillige Kooperation.

Und wenn ich Leute in der Partei davon überzeugen wollte, dann würden sich die Parteimitglieder gestört fühlen. Die Parteimitglieder sind für solche Fragen natürlich nicht offen, ansonsten müssten sie ja die Partei verlassen. Sie könnten nur eine Art „APO“ bilden, was Ich ja tatsächlich befürworte. Ich könnte also nur versuchen, Mitglieder der Partei, die sich nicht ganz schlüssig sind, dafür abzuwerben. Aber dann kann man sich leicht vorstellen, dass das bei den anderen Mitgliedern, die das Sagen in der Partei haben, alsbald auf heftigen Widerstand stößt.

Also sobald sich jemand in das soziale Umfeld von Parteien begibt, dann gerät er in einen Strudel der Selbstverleugung und Selbsttäuschung, weil er sich vormacht, mit der Partei wäre eine Art sinnvolle Kooperation möglich, die eine natürliche Sozialisation (im kooperativen Sinne) ermöglicht. Aber genau das ist unmöglich, aus dem Grund den ich eingangs genannt habe. Es ist keine freiwillige Kooperation möglich, die zu win/win-Situationen führen kann, außer man ist eben einer der politischen Gauner und Junkies.

Und die vielen Leute – die aus Gewohnheit irgend etwas wählen oder irgendwelche Politiker besser finden als andere Politiker (nicht noch schlechter) – die irgendwelche Politiker (auch Kriegsverbrecher) zitieren, falls ihnen mal zufällig ein kluger Satz über die Lippen kam – die sich die Talkshows anschauen und Beifall klatschen, wenn ihnen dort etwas gefällt – die haben das leider alle nicht verinnerlicht. Und genau dieser (wohl sehr traurige) Zustand kennzeichnet die Sozialisation des Bürgertums, welches mit zunehmender staatlicher Kontrolle immer tiefer in faschistoide Verhaltensweisen abdriftet. – Weil man glaubt, man müsse da irgendwie dran teilnehmen.

Und erst wenn man begriffen hat, dass man daran nicht teilnehmen muss, sondern sich auf die Grundsätze des kooperativen Handelns und des Auseinandergehens besinnt, kann das besser werden – schlagartig besser.

Also entweder kooperiert man freiwillig miteinander oder man lässt es eben ganz bleiben. – Es ist wirklich banal!

Der Grund, warum uns das abtrainiert wurde, ist auch offensichtlich. Denn die Struktur eines Staates lässt es ja idR nicht zu, dass man sich nicht beteiligt, dass man sagt: „Okay, dann baue ich eben mein eigenes Ding. Viel Spaß! Friede! Laissez Faire!“ – Genau dieses Grundprinzip (man könnte sagen „Menschenrecht“) wird uns durch die staatliche Struktur verweigert. Und dieses Prinzip oder „Menschenrecht“ bekommen wir logischerweise nicht dadurch zurück, indem wir an dieser De-Sozialistion teilhaben, sondern nur dadurch dass man sich dieses Prinzip oder „Menschenrecht“ auf natürliche Weise wieder zurück holt.

Und wie geht das? – Durch freiwillige Kooperation natürlich! Man muss ja nur das win/win-Potential dieses Handelns erkennen und es konsequent durchführen wollen.

Komme ich aber mit Parteigängern und Anhängern zusammen, dann ist dieser einfache Zusammenhang schon nicht mehr vermittelbar.

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Name: Norbert Lennartz

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