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Herzlich willkommen im Wiki des Praxorg Instituts!

Dies ist kein Nachschlagewerk in einem umfänglichen Sinne wie es für ein Lexikon üblich wäre. Wir konzentrieren uns auf das Wesentliche, was durch die Praxeologie bereits vorbestimmt ist und erklären hier nicht jeden Begriff in der ganzen Epik einer Glaubensrichtung, sondern ordnen die nicht-praxeologischen Begriffe einfach ihren Kategorien zu, während diese Kategorien nur einmal grundsätzlich beschrieben werden müssen. Wer die logische Unzweckmäßigkeit einer widersprüchlichen Kategorie von Begriffen einmal verstanden hat, hat bereits auch die Unzweckmäßigkeit der einzelnen Begriffe darin verstanden und damit falsifiziert.

Ein einfaches Beispiel: Nehmen wir an, es geht darum, was die Hexe mit Hänsel und Gretel gemacht habe. Also das Thema ist ein Märchen der Gebrüder Grimm. Die Kategorie ist Märchen, also eine Abhandlung, die nicht geschichtlich wahr ist. Nur die Abhandlung als Märchen (Idee) ist wahr. Hier ist es selbstverständlich, dass die Erzählung nicht als wahres Geschehen, sondern nur metaphysisch zu verstehen ist.

Bei anderen Dingen, die normalerweise geglaubt (für wahr oder möglich gehalten) werden, ist die Sache weniger offensichtlich, aber genauso sonnenklar. Hat man einmal verstanden, dass die Sache nur metaphysisch zu verstehen ist, also nur eine Idee ist, die nicht wirklich existiert, nur als Idee, dann leuchtet die Vorgehensweise unmittelbar ein. Alle Dinge, die innerhalb dieser Kategorien wie Religion, Märchen, Ideologie, Ideal usw. behauptet werden, sind nicht wirklich physisch wahr. Wenn es Lügen u.ä. sind, sprechen sich die Behauptungen sogar oft gegenseitig aus. Die ganzen Schlagworte eines Themas, welches einer irrtümlichen oder unlogischen Kategorie angehört wie z.B. Demokratie (staatstheoretisch), darf somit auch nicht als physische Tatsache oder wissenschaftliche Theorie behandelt werden. Es ist deshalb auch unsinnig so zu tun, als würde ein Begriff, der zur Kategorie Demokratie gehört, irgendeinen wissenschaftlichen Stellenwert haben; er hat bestenfalls soziale, politische Implikationen.

Sinn und Zweck des Wikis ist, die Begriffe so zu verknüpfen, dass jederzeit die logische Konsistenz der epistemologischen, praxeologischen Denkweise deutlich wird.

Dass diese Vorgehensweise erforderlich ist, wird unmittelbar klar, wenn man sich vor Augen führt, dass unsere Sprache und unsere Begriffen einem Jahrtausende langen sozialem und kulturellem Einfluss unterliegen. Wenn nämlich die sozialen und kulturellen Einflüsse herrschen, dann unterliegen auch die sprachlichen Mechanismen einem ähnlichen formalen Anpassungsdruck, der dadurch in Gang kommt, dass man widersprüchliche Begriffe nicht ausreichend eliminiert, sondern sie in den Alltag integriert und mit der Zeit immer mehr "verhaustiert", um den eingeschliffenen Begriffen nachträglich einen "Sinn" zu verschaffen. Das Begriffssystem verkleistert sich auf diese Weise immer mehr.[1] Es ist logisch, dass man darauf kein Wiki aufbauen kann, ansonsten würde es der Verkleisterung sogar noch beitragen.


  1. Vergleiche Jürgen Habermas: "Zu Gadamers 'Wahrheit und Methode'", in: Karl-Otto Apel u.a.(Hg.): Hermeneutik und Ideologiekritik, Frankfurt/M. 1971.